Film: Vergiss mein nicht!

Ein Film der verwirrend und zugleich spannend (obwohl nicht allzu viel passiert) ist, viele Rückblenden enthält und noch durch und durch ein Liebesfilm ist. Ist das nun ein Widerspruch? Ich jedenfalls dachte genau dies, bis gestern abend, als ich mir “Vergiss mein nicht!” anschaute.
Der Film handelt von der Beziehung von Joel und Clementine, die nach einiger Zeit in die Brüche gegangen ist. Als sich die Beiden nach einiger Zei begegnen, behandelt Clementine Joel wie einen Fremden. Dieser findet daraufhin heraus, dass sich Clementine einem Verfahren unterzogen hat, in dem sämntliche Erinnerungen an Joel gelöscht wurden. Joel tut das Selbe. Während des Prozesses, während dem er sich im Tiefschlaf befindet und der Zuschauer also Einblicke in sein Gehirn und seine Erinnerungen bekommt, stellt er jedoch fest, dass er Clementine keineswegs vergessen will. Er versucht einiges um das Löschen zu Verhindern, allerdings vergebens. Ich werde hier mal nicht das Ende vorwegnehmen, wer es dennoch lesen will, sei auf den Wikipedia Artikel (ganz oben ist der Link) verwiesen.
Die Atmosphäre des Filme ist einfach genial. Durch die vielen Rückblenden und rätselhaften Szenen, baut sich gewisse Spannung auf, obwohl sich der Inhalt eigentlich weniger spannend anhört, und erst in den letzten 10 Minuten durchblickt der Zuschauer wirklich alles. Normalerweise sind Liebesfilme vorhersehbar (okay, es gibt ja auch nur zwei Enden: Sie kriegen sich, oder eben nicht), dieser hier zwar auch, allerdings kommt es auf das “Sie kriegen sich oder nicht” eigentlich gar nicht an. Dass sie sich kriegen, ist letztendlich die eigentliche Einführung in die Fragestellung dieses Filmes (Sollte bzw. kann man ohne gewisse Erinnerungen überhaupt glücklich werden oder fehlt da etwas?). Ist es nicht verrückt, dass sie sich kriegen, obwohl sie wissen, dass sie vielleicht nach einiger Zeit wieder am Ende ihrer Beziehung stehen? Oder hilft ihnen gerade dieses Wissen an der Beziehung zu arbeiten und sie zu pflegen? Mit diesen Fragen steht der Zuschauer letztendlich alleine da, jedoch liefert der Film gewisse Hinweise auf Beantwortung der Frage.
Insgesamt finde ich den Film sehr empfehlenswert. Gerade auch um den Widerspruch “Liebesfilm & verwirrende, undurchsichtige Story/Entwicklung” zu wiederlegen.

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