Darf ich vorstellen? Miss Silvia

Ich hatte bereits im letzten Blogpost angedeutet, dass es Zeit für etwas Neues ist: Vor einigen Tagen ist mein Kaffee Vollautomat kaputt gegangen. Vor etwas mehr als 2 Jahren habe ich mir eine Caffeo Bistro Maschine von Melitta gekauft. Diese Maschine gefiel mir damals (und auch heute noch) insbesondere deshalb so gut, weil sie über einen Dampf betriebenen Quirl verfügt, mit dem man die Milch aufschäumen kann. Außerdem ist sie meiner Meinung nach recht hygienisch: Beim Anschalten und beim Ausschalten läuft Wasser intern und über den Kaffeeausguss aus der Maschine und reinigt sie dadurch. Insgesamt war ich mit der Maschine zufrieden, sodass ich im ersten Moment darüber nachdachte, mir die gleiche Maschine nochmal zuzulegen. Aber vorab habe ich mich erstmal mit möglichen Alternativen auseinandergesetzt. Eigentlich wollte ich mir vor 2 Jahren bereits eine Siebträgermaschine zulegen, habe mich aber aufgrund der Zeitersparnis doch für den Vollautomaten entschieden. Während ich alternative Vollautomaten anschaute und einen Reparaturversuch meiner Melitta Maschine durchgeführt habe, ärgte mich die meist schlechte Reinigung/Hygiene, da eben doch nicht alle Stellen einfach erreichbar sind und sich mit der Zeit dies nicht nur unhygienisch ist, sondern sich auch noch auf den Geschmack auswirkt. Außerdem sind die meisten Vollautomaten relativ billig verarbeitet (Plastikteile…). Somit nahm ich recht bald Abstand von einem weiteren Vollautomaten.

Ich habe mich letztendlich für die Einkreis Siebträgermaschine Rancilio Miss Silvia entschieden. Eine Einkreismaschine ist es deshalb geworden, weil ich so große Mengen an Kaffee nun doch nicht trinke, nicht allzu viel Milchschaum auf einmal zubereiten will und der Wartevorgang für das Aufheizen für Dampf völlig okay ist. Somit wollte ich lieber in einen sehr guten Einkreiser investieren als in einen Zweikreiser, der bei den Modellen, die für mich so in Frage kamen, etwa doppelt so teuer wie die in Frage kommenden Einkreismaschinen war.

Meine Wahl fiel auf die Rancilio Miss Silvia, da sie recht weit verbreitet ist und somit Bastelanleitungen für allerlei Verbesserungen an der Maschine im Internet verfügbar sind. Die Maschine ist insgesamt robut und solide verarbeitet, servicefreundlich aufgebaut (so kann sie einfacher repariert werden) und es wurden Komponenten aus dem Profi-Bereich verbaut. Das Dampfvolumen ist in dieser Geräteklasse gut und insgesamt lässt sich mit ihr gut Milchschaum erzeugen. Hauptsächliches Manko ist die Gefahr der Rostbildung unter dem Abtropfsieb (in dem Fall, dass sich die schwarze Beschichtung löst und dies lässt sich zudem mit Gummischlauch über dem Ablauf oder einklemmen des Abtropfsiebes schnell und einfach beheben). Zudem ist sie wohl nicht allzu temperaturstabil. Dies ist mir bisher noch nicht aufgefallen, würde sich aber ebenfalls beheben lassen indem man einfach einen PID-Regler nachrüstet (Bastelanleitungen findet man im Internet). Bisher bin ich mit der Maschine wirklich zufrieden: Den morgendlichen Cappuccino mit einer Siebträgermaschien zuzubereiten hat beinah etwas meditatives und macht wirklich Spaß. Klar, es dauert etwas länger als bei einem Vollautomaten, aber: Tastendrücken kann ja jeder. Lediglich das Milchaufschäumen muss ich noch etwas üben. Aber das ist auch nur eine Frage der Übung. Auch optisch gefällt mir die Silvia mit ihrem matten Metallgehäuse sehr gut. Für den Preis von etwa 500-550€ bekommt man mit der Silvia eine solide Einkreis Siebträgermaschine.

Die beste Siebträgermaschine nützt nichts, wenn nicht auch in eine vernünftige Kaffeemühle investiert wird. Die Preise für Kaffeemühlen können je nach gewünschter Ausstattung auch schnell mal ein paar Hundert Euro betragen. Ich habe mich für die Ascaso M-405 i-Steel i-1 Kaffeemühle entschieden. Bei einem Preis von etwa 250€ bekommt man hier eine hübsche Kaffeemühle mit Scheibenmahlwerk ohne für mich unnötigen Schnick Schnack wie Timer oder Display. Es gibt die selbe Mühle in einer etwas preiswerteren Variante auch mit Kegelmahlwerk. Übrigens stimmt die verbreitete Annahme, dass ein Kegelmahlwerk besser ist als ein Scheibenmahlwerk nicht (zumindest bei Maschinen für den Heimgebrauch). Außerdem gibt es die Mühlen auch mit glänzender Metalloberfläche.

Zusätzlich benötigt man noch einiges an Zubehör (Kostenpunkt etwa 150-200€). Ich habe mich für eine Tamper Station von Cafelat, einen Tamper von Cafelat (der bei der Silvia beiliegende Tamper ist lediglich aus Plastik) und dazu passendem Abklopfbehälter von Cafelat entschieden. Dazu noch Pinsel zur Reinigung von Siebträger, Brühgruppe und Kaffeemühle. Außerdem ein (je nachdem wie viele unterschiedliche Mengen Milchschaum man produzieren will, benötigt man auch mehrere) Milchaufschäumkännchen und ein Latte Gießer um Espresso auch in andere Tassen umfüllen zu können. Nützlich finde ich auch Shot Glässer. Hier hatte ich bereits zwei Stück von Starbucks.

Klar, Kaffeebohnen werden nun auch noch benötigt. Zum Betrieb der Maschine sollte in Regionen mit kalkhaltigem Wasser übrigens lieber kein Leitungswasser verwendet werden. Man könnte z.B. einen Wasserfilter verwenden. Ich habe mich aber lieber für die Verwendung von Volvic entschieden: Volvic hat einen Härtegrad von 4, was mir zur Zubereitung von Espresso empfohlen worden ist (etwas Kalk sollte das Wasser nämlich schon enthalten, da Kalk auch Geschmacksträger ist). Bisher bin ich mit der Verwendung von Volvic auch vollends zufrieden.

Alles in allem bin ich mit meiner Wahl wirklich sehr zufrieden. Klar im Vergleich zu einem Vollautomaten, ist diese Variante der Kaffeebereitung etwas aufwendiger und man sollte auch halbwegs ordentlich veranlagt sein, da Maschine, Mühle und Zubehör schon ordentlich gereinigt werden wollen. Aber die Zubereitung macht so einfach viel mehr Spaß und das Ergebnis schmeckt außerdem deutlich besser. 😉

Die Rancilio Miss Silvia mit Abklopfbehälter, Tamper Station und Tamper von Cafelat.

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Die Kaffeemühle Ascaso i-Steel i-1:

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